Was ist PPDA überhaupt?
PPDA steht für “Passes Per Defensive Action” – ein Maßstab, der den Druck einer Mannschaft auf den Ballbesitz des Gegners quantifiziert. Kurz gesagt: Wie oft muss das verteidigende Team eingreifen, bevor ein Pass erfolgreich ist? Und das ist genau das, was Trainer heute im Kopf haben, wenn sie die Defensive planen.
Warum ist PPDA ein Game-Changer?
Einmal: Wenn du das Spiel in 90 Minuten zerlegst, erkennst du sofort, dass ein hoher PPDA-Wert ein Zeichen für aggressive, kompakte Verteidigung ist. Zwei: Ein niedriger Wert hingegen bedeutet, dass die Gegner ungestört ihr Spiel aufbauen können – ein Albtraum für jede Taktik. Und hier wird es spannend: Die meisten Top-Teams halten ihren PPDA zwischen 6 und 9, je nach Gegner.
Wie wird PPDA berechnet?
Der Kalkül ist simpel, aber genial. Man zählt sämtliche Defensivaktionen – Tackles, Interceptions, Pressures – und teilt das durch die Anzahl der gegnerischen Pässe im gleichen Zeitraum. Das Ergebnis ist ein klarer Indikator, ob das Team “high press” oder “low block” spielt.
Die Praxis: PPDA im Spiel
Stell dir vor, du beobachtest ein Spiel von Liverpool gegen Manchester City. Liverpool drängt früh, der PPDA schießt in die Höhe. City kann kaum das Mittelfeld durchdringen, weil jede Ballzirkulation sofort gestört wird. Auf der anderen Seite, wenn Liverpool zurückfällt, fällt ihr PPDA stark, und City nutzt die Lücken für schnelle Konter.
Typische Fallen beim Einsatz von PPDA
Erstens: Man vernachlässigt Kontext. Ein hoher PPDA im ersten Drittel kann noch ein taktischer Schachzug sein, um das Spiel zu öffnen. Zweitens: Datenüberladung. Nicht jeder Pass ist gleichwertig – ein kurzer Rückpass zählt genauso wie ein langer Diagonalpass, obwohl das Risiko völlig verschieden ist. Drittens: Ignorieren der Gegnerqualität. Ein Team, das selten den Ball verliert, hat automatisch einen höheren PPDA, weil es mehr Chancen gibt, Druck auszuüben.
PPDA im Vergleich zu anderen Kennzahlen
Im Gegensatz zu xG, das die erwarteten Tore misst, gibt PPDA direkt Aufschluss über die Defensive. Kombiniert man beides, entsteht ein vollständiges Bild: Wie oft wird die Chance geschaffen und wie oft wird sie unterdrückt? Genau das brauchen Trainer, um das Spiel zu steuern.
Ein Praxisbeispiel aus der Bundesliga
Der FC Bayern München gegen den SC Freiburg – ein klassisches Duell. Bayern setzt auf ein hohes Pressing, ihr PPDA liegt bei 5,5. Freiburg dagegen hält bei 8,2. Ergebnis? Bayern kontrolliert das Mittelfeld, Freiburg versucht, über lange Bälle zu kontern. Der Unterschied liegt im Pressing, gemessen durch PPDA. Mehr dazu findest du hier: https://fussballstatistik-de.com/artikel/ppda-erklaert/.
Wie du PPDA in deiner Analyse nutzt
Hier ist der Deal: Sammle die Daten, berechne den Wert, setze ihn ins Verhältnis zu den Spielabschnitten. Wenn du siehst, dass dein Team im ersten Drittel einen PPDA von 7 hat, aber im letzten Drittel auf 10 steigt, dann weißt du, dass das Pressing nachlässt – Zeit für ein taktisches Gegensteuern.

